Gedanken zum Thema Tantra und BDSM

 

 

BDSM ist wie vieles anderes und auch Tantra sehr facettenreich und es gibt so viele Sichtweisen wie es Praktizierende gibt. Ich kann nur meine Sichtweise, meine Erfahrung mitteilen. Ich weiß, dass für viele BDSM vorwiegend etwas mit Schlagen und Schmerzen zu tun hat. Da gibt es schon recht extreme Praktiken. Ich hatte für mich vor vielen Jahren, nachdem ich beides kennengelernt hatte, festgestellt, dass für mich BDSM nur das Spiel mit der Lust und das psychologische/energetische Spiel der Dominanz und Unterwerfung ist.

Dabei geht es darum, seinen sexuellen Partner sehr intensiv kennen zu lernen, um mit ihm zu spielen, ihn an Grenzen zu führen, die aber immer mit Lust und Erfüllung zu tun haben. Somit gehe ich mit ihm und dem, was er sich wünscht oder energetisch unbewusst ausstrahlt, sehr achtsam und verantwortungsvoll um.

BDSM und Tantra ist für mich eine Kombination von sinnlichen, energetischen, sanften und geduldsamen Berührungen, gemeinsamen Meditationen und Ritualen mit ein paar Komponenten des BDSM. Es geht darum, bestimmte Spielarten und Fetische mit einzubeziehen, die sonst in der „normalen“ Sexualität so nicht stattfinden, beiden gefallen und Lust und Befriedigung bereiten.

Dabei sei beispielhaft genannt: Bondage. Das Fesseln und das Verbinden der Augen lassen die Sinne sehr stark vibrieren und die Empfindungen ansteigen. Ich kann so die Berührungen meines Partners noch viel intensiver wahrnehmen. Das ist für mich eine Art meditatives, energetisch feinschwingendes Liebesspiel, in dem ich loslasse und vertraue. Das war jetzt nur ein einzelnes Beispiel.

Auch das Spielen mit bestimmten Materialien, wie zum Beispiel Latex oder PVC am Körper fühlt sich in manchen Situationen sehr erregend an.

Bei mir ging es nie um Schmerzen oder sexuell Dinge zu tun, die dem andern körperlich oder psychisch schaden. Nein gerade nicht! Das gegenseitige Ausloten der Gelüste und das Spiel damit ist das Spannende und immer wieder Neues zu erkunden, auch über sanfte Berührungen, das Spiel mit den Sinnen, das zärtliche Auffangen, Orgasmen durch energetische Rituale zu verfeinern usw.. Das war für mich in der Verbindung von BDSM und Tantra möglich geworden und fühlt sich stimmig an.

Es ist ein Geschenk, wenn sich zwei finden, die auch Lust an der Unterwerfung, am Dienen empfinden und der andere gerne seine Dominanz auslebt und/oder sie wechseln die Rollen, wie auch immer. Es gibt so viele Möglichkeiten und Variationen. Und alles ist im gegenseitigen Einvernehmen und hat etwas damit zu tun, die Lustfähigkeit zu steigern, Lust zu bereiten, gemeinsam Ekstase zu erleben, sich geistig, körperlich, seelisch zu vereinigen, aneinander zu wachsen, Heilung zu empfangen und zu geben… Und dazu gehören auch wunderbare Massagen, liebevolles Streicheln und Küssen, gemeinsame Rituale von Waschungen über schweigendes Miteinander, leidenschaftliche sexuelle Vereinigungen und immer die gegenseitige Achtung und Wertschätzung...

Gerne beantworte ich weitere Fragen zum Thema....

 

© Esteva Hara